Testauswertung, die barrierefrei ist.

Wir verpflichten uns freiwillig darauf, PsyCalc barrierefrei nutzbar zu machen. Maßstab sind die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) und die ihr zugrunde liegende DIN EN 301 549 (V3.2.1), die für Webangebote auf die WCAG 2.1 Stufe AA verweist.

Diese Erklärung beschreibt, welche Maßnahmen wir umgesetzt haben und wo PsyCalc die Anforderungen derzeit noch nicht erfüllt. Sie folgt in Aufbau und Nummerierung den Prüfschritten des BITV-Tests.

Die Erklärung bezieht sich insbesondere auf die für die Testauswertung relevanten Bereiche: Login, Testübersicht, Eingabe- und Auswertungsseiten der Testverfahren, Befundexport, Hilfebereich und Kontaktformular.


1. Wahrnehmbarkeit

1.1 Textalternativen (9.1.1)

Bedienelemente, die nur aus einem Symbol bestehen – etwa der Glocken-Button für Benachrichtigungen –, tragen einen zugänglichen Namen. Rein dekorative Grafiken sind so ausgezeichnet, dass Screenreader sie überspringen.

PsyCalc setzt keine CAPTCHAs ein. Der Login erfolgt passwortlos über einen per E-Mail zugestellten Anmeldelink bzw. Einmalcode; es gibt keine Bilderrätsel oder vergleichbaren Zugangshürden.

1.2 Zeitbasierte Medien (9.1.2)

PsyCalc enthält in der Anwendung keine Audio- oder Videodateien. Anforderungen an Untertitel, Audiodeskription und Volltextalternativen entfallen damit.

1.3 Ergebnisdiagramme

Die Auswertung mehrerer Verfahren (u. a. WISC-V, WAIS-IV, WPPSI-IV, KABC-II, CFT, CBCL/TRF, Conners, CAARS, BRIEF) enthält grafische Testprofile. Diese Diagramme sind grundsätzlich redundant: Sie visualisieren ausschließlich Werte, die unmittelbar daneben in einer vollständigen Datentabelle stehen. Kein Wert und keine Information ist allein der Grafik zu entnehmen. Wer die Grafik nicht wahrnehmen kann, verliert damit keinen Inhalt.

Die Diagramme werden auf einem canvas-Element gezeichnet und sind für Screenreader derzeit nicht separat beschrieben (siehe „Bekannte Einschränkungen").

1.4 Ohne Farben nutzbar (9.1.4.1) und sensorische Merkmale (9.1.3.3)

Keine Information wird allein über Farbe vermittelt. Auffällige Werte, fehlende Items und Fehlerzustände werden zusätzlich im Klartext ausgewiesen – etwa als „Zu viele fehlende Items" oder über Klammersetzung bei optionalen Werten. Ebenso wird nicht allein auf Form, Position oder Ton verwiesen.

1.5 Kontraste (9.1.4.3 und 9.1.4.11)

Fließtext, Tabelleninhalte, Formularbeschriftungen und die primären Schaltflächen erreichen ein Kontrastverhältnis von deutlich über 4,5:1 – der Standard-Fließtext liegt bei etwa 14:1, die Haupt-Buttons bei etwa 10:1.

1.6 Vergrößerung, Umbruch und Textabstände (9.1.4.4, 9.1.4.10, 9.1.4.12)

Die Oberfläche ist durchgängig in relativen Einheiten aufgebaut und arbeitet ohne Schriftgrafiken. Texte lassen sich auf 200 % vergrößern, ohne dass Inhalte oder Funktionen verloren gehen.

Bei einer Fensterbreite von 320 CSS-Pixeln brechen die Inhalte um; horizontales Scrollen des Gesamtdokuments ist nicht erforderlich. Breite Ergebnistabellen bilden eine eigene, horizontal scrollbare Fläche, damit die Seite selbst umbruchfähig bleibt.

Folgende von Nutzenden gesetzten Textabstände werden ohne Inhalts- oder Funktionsverlust unterstützt:

  • Zeilenhöhe: 1,5-fache Schriftgröße
  • Abstand nach Absätzen: 2-fache Schriftgröße
  • Buchstabenabstand: 0,12-fache Schriftgröße
  • Wortabstand: 0,16-fache Schriftgröße

2. Bedienbarkeit

2.1 Tastaturbedienbarkeit (9.2.1)

Alle wesentlichen Funktionen sind ohne Maus erreichbar: Anmeldung, Auswahl eines Testverfahrens, sämtliche Item-Eingaben, das Auslösen der Auswertung und der Befundexport. Für die Item-Eingabe verwenden wir native Formularelemente (Radio-Gruppen, Auswahllisten, Zahlenfelder), die vollständig über Tabulator und Pfeiltasten bedienbar sind.

Es gibt keine Tastaturfallen: Menüs, Dialoge und Auswahlfelder lassen sich mit Esc verlassen, der Fokus kehrt anschließend an die auslösende Stelle zurück. Auf Tastatur-Kurzbefehle über Einzeltasten verzichten wir vollständig – Diktiersoftware kann PsyCalc dadurch nicht versehentlich auslösen.

2.2 Ausreichend Zeit (9.2.2)

PsyCalc setzt keine Zeitbegrenzung für die Bearbeitung. Eine Testeingabe kann beliebig lange offen bleiben; die Sitzung läuft während der Bearbeitung nicht ab, und es gibt keine Countdowns oder automatischen Weiterleitungen.

Bewegte Elemente beschränken sich auf kurze Zustandsanzeigen – etwa den Ladeindikator einer laufenden Auswertung oder das Ein- und Ausblenden von Hinweisen. Keine dieser Bewegungen dauert länger als fünf Sekunden oder läuft parallel zu anderen Inhalten dauerhaft weiter.

2.3 Verzicht auf Flackern (9.2.3.1)

PsyCalc enthält keine blitzenden oder flackernden Inhalte.

2.4 Navigierbarkeit (9.2.4)

Die Seiten verwenden HTML-Landmarks (nav, main, footer), mit denen Screenreader-Nutzende die Navigation überspringen und direkt zum Inhaltsbereich springen können.

Dokumenttitel benennen Seite und Inhalt eindeutig; auf einer Testauswertungsseite steht das jeweilige Verfahren im Titel. Die Reihenfolge bei der Tastaturbedienung folgt der visuellen Anordnung – bei den Item-Rastern also der Reihenfolge der Items im Testheft. Dynamisch eingeblendete Inhalte, etwa Fehlerhinweise oder das Exportformular, erscheinen an sinnvoller Stelle in der Fokusreihenfolge.

Der Tastaturfokus ist durchgehend sichtbar: Bedienelemente und Eingabefelder erhalten einen deutlich abgesetzten Fokusring.

Linktexte sind aus sich heraus oder aus ihrem programmatisch ermittelbaren Kontext verständlich.

Alternative Zugangswege: Die Testverfahren sind über die Navigation, über eine gefilterte und durchsuchbare Übersichtsliste sowie über direkte Verlinkungen aus dem Hilfebereich erreichbar. Inhaltsseiten im Hilfebereich verfügen zusätzlich über ein Inhaltsverzeichnis.

2.5 Eingabemodalitäten (9.2.5)

PsyCalc benötigt keine komplexen Zeigergesten: keine Multi-Touch-Gesten, kein Wischen, kein Ziehen-und-Ablegen. Jede Funktion lässt sich mit einem einfachen Klick oder Tastendruck auslösen. Aktionen werden erst beim Loslassen ausgeführt und können durch Wegziehen abgebrochen werden.

Die Nutzung ist nicht auf Hoch- oder Querformat beschränkt.

Bei Bedienelementen mit sichtbarer Beschriftung ist diese Beschriftung Teil des zugänglichen Namens. Spracheingabe-Nutzende können Schaltflächen also mit dem benennen, was sie sehen.


3. Verständlichkeit

3.1 Struktur und Gliederung (9.1.3.1)

Seiteninhalte sind über eine Überschriftenhierarchie erschlossen; Absätze, Listen und Zitate sind mit den dafür vorgesehenen HTML-Elementen ausgezeichnet.

Ergebnistabellen sind echte Datentabellen mit table, thead, tbody sowie Kopfzellen (th) für Spaltenüberschriften. Zwischenüberschriften innerhalb einer Ergebnistabelle – etwa die Gruppierung von Indizes oder Skalen – werden ebenfalls als Kopfzellen ausgezeichnet, nicht als optisch hervorgehobene Datenzellen. Layouttabellen setzen wir nicht ein.

Formularbeschriftungen werden programmatisch mit ihrem Eingabefeld verknüpft. Zusammengehörige Elemente – etwa die Antwortoptionen eines Items – sind als Gruppe mit gemeinsamer Beschriftung ausgezeichnet.

Die Inhaltsreihenfolge im Quelltext ist unabhängig von der CSS-Darstellung sinnvoll.

3.2 Zweck von Eingabefeldern (9.1.3.5)

Eingabefelder, die sich auf die nutzende Person selbst beziehen – Name, E-Mail-Adresse, Einrichtung, Telefonnummer –, geben ihren Zweck über das autocomplete-Attribut an und können von Browsern und Hilfsmitteln automatisch ausgefüllt werden.

3.3 Sprache (9.3.1)

Die Hauptsprache Deutsch ist am Dokument ausgezeichnet (lang="de-DE"). PsyCalc wird ausschließlich auf Deutsch angeboten.

Fachbegriffe und Testkürzel aus dem Englischen behandeln wir als in der deutschen Fachsprache etabliert und zeichnen sie nicht gesondert aus. Einzelne noch nicht ausgezeichnete englischsprachige Bedienelemente sind unter „Bekannte Einschränkungen" genannt.

3.4 Vorhersehbarkeit (9.3.2)

Weder das Setzen des Fokus noch eine Eingabe löst eine unerwartete Kontextänderung aus. Insbesondere wird eine Testauswertung niemals automatisch durch eine Eingabe gestartet, sondern immer erst durch bewusstes Betätigen der Schaltfläche „Auswerten".

Navigation und Fußzeile sind auf allen Seiten gleich aufgebaut und gleich angeordnet. Wiederkehrende Funktionen – „Auswerten", „Als PDF exportieren", „In Zwischenablage kopieren" – tragen über alle Testverfahren hinweg dieselbe Bezeichnung.

3.5 Eingabeunterstützung (9.3.3)

Beschriftungen stehen vor bzw. über dem zugehörigen Eingabefeld. Pflichtfelder sind mit aria-required ausgezeichnet und damit für Hilfsmittel erkennbar; optionale Felder tragen den Zusatz „(Optional)" in ihrer sichtbaren Beschriftung.

Erkannte Eingabefehler werden in Textform beschrieben und dem verursachenden Feld zugeordnet – nicht allein farblich markiert. Fehlermeldungen sind auf Deutsch formuliert und nennen den konkreten Grund, etwa „Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein" oder „Bitte geben Sie eine Ziffer ein".

Fehlervermeidung ist ein Kernanliegen der Anwendung:

  • Unzulässige Item-Eingaben werden abgefangen, bevor eine Auswertung entsteht.
  • Fehlende Items werden gezählt; überschreitet ihre Zahl das im Manual zulässige Maß, wird die Auswertung der betroffenen Skala mit einem erklärenden Hinweis unterbunden, statt einen unzulässigen Wert auszugeben.
  • Alle Eingaben bleiben bis zum Auslösen der Auswertung änderbar; das Ergebnis lässt sich beliebig oft neu berechnen.
  • Der Befundexport wird in einem eigenen Schritt zusammengestellt und kann vor dem Erzeugen der Datei vollständig geprüft und korrigiert werden.

4. Robustheit

4.1 Korrekte Syntax (9.4.1.1)

PsyCalc verwendet gültige HTML-Syntax mit eindeutigen id-Attributen und korrekt verschachtelten Elementen, damit Browser und Hilfsmittel die Seite zuverlässig auswerten können.

4.2 Name, Rolle, Wert (9.4.1.2)

Für Bedienelemente sind Name, Rolle und Zustand programmatisch verfügbar. Zusammengesetzte Bedienelemente – Auswahllisten, Aufklappmenüs, Dialoge, Tabreiter, Umschaltgruppen – basieren auf einer etablierten, ARIA-konformen Komponentenbibliothek; Zustände wie „ausgeklappt", „ausgewählt" oder „deaktiviert" werden an Hilfsmittel weitergegeben.

4.3 Statusmeldungen (9.4.1.3)

Meldungen, die ohne Fokuswechsel erscheinen – Bestätigungen, Warnungen, Fehlerhinweise, der Abschluss eines Exports – werden über Live-Regionen ausgegeben und von Screenreadern angesagt, ohne dass die Nutzenden den Arbeitsfokus verlieren.


5. Befundexport als PDF

Der PDF-Export fällt als herunterladbares Dokument unter Kapitel 10 der DIN EN 301 549 und nicht unter die Anforderungen an Webseiten.

Die erzeugten Befund-PDFs sind derzeit nicht als barrierefreies PDF (PDF/UA) getaggt. Als gleichwertige Alternative gilt: Sämtliche Inhalte des Exports stehen in der Anwendung selbst barrierefrei zur Verfügung – in denselben Ergebnistabellen, aus denen das PDF erzeugt wird. Zusätzlich lässt sich die vollständige Auswertung über die Funktion „In Zwischenablage kopieren" als strukturierte Tabelle übernehmen und in Textverarbeitung oder Befundvorlage einfügen. Dieser Weg ist für Screenreader-Nutzende dem PDF vorzuziehen.


6. Bekannte Einschränkungen

Die folgenden Punkte erfüllen die Anforderungen derzeit noch nicht. Wir benennen sie hier bewusst, statt eine vollständige Konformität zu behaupten.

Kontraste einzelner Elemente (Prüfschritt 9.1.4.3)
Die Links in der Hauptnavigation (weiße Schrift auf dem blauen Navigationsbalken) erreichen etwa 2,8:1 statt der geforderten 4,5:1. Dasselbe gilt für Textlinks in der blauen Akzentfarbe und für Hinweistexte in der grünen Signalfarbe. Betroffen sind vor allem die öffentlichen Seiten und die Navigation.

Fließtext, Ergebnistabellen und Formulare der Auswertung sind nicht betroffen.

Textalternative für Ergebnisdiagramme (Prüfschritt 9.1.1.1b)
Die Testprofil-Diagramme sind für Screenreader noch nicht beschrieben. Da sie ausschließlich Werte der unmittelbar benachbarten Datentabelle wiedergeben, entsteht kein Informationsverlust.

Barrierefreies PDF (DIN EN 301 549, Kapitel 10)
Der Befundexport erzeugt derzeit kein getaggtes PDF (siehe Abschnitt 5).


7. Barrieren melden

Sie haben eine Barriere gefunden, die hier nicht aufgeführt ist? Oder benötigen Sie einen Inhalt in einer zugänglichen Form? Melden Sie sich – wir antworten in der Regel innerhalb weniger Werktage.

PsyCalc UG (haftungsbeschränkt)
Lotzestr. 5, 37083 Göttingen
E-Mail: kontakt@psycalc.de

Bitte beschreiben Sie möglichst genau, auf welcher Seite die Barriere auftritt und welches Hilfsmittel oder welche Einstellung Sie verwenden. Das hilft uns, das Problem zuverlässig nachzustellen.


8. Erstellung dieser Erklärung

Diese Erklärung wurde am 07. Mai 2025 erstellt und beruht auf einer internen Bewertung von PsyCalc anhand der Prüfschritte des BITV-Tests. Eine Prüfung durch eine externe Prüfstelle ist bislang nicht erfolgt.

Wir überprüfen die Erklärung mindestens jährlich sowie nach wesentlichen Änderungen an der Anwendung.