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Online Auswertung der SRS

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SRS digital auswerten

SRS – Skala zur Erfassung sozialer Reaktivität

Die SRS erfasst soziale, kommunikative und rigide Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen von 4 bis 18 Jahren – und zwar dimensional. Das ist ihr entscheidendes Merkmal: Autismus wird nicht als Ja-Nein-Kategorie behandelt, sondern als Merkmal, das in jeder Ausprägung vorkommt. Im Extrembereich zeigt die SRS eine hohe Übereinstimmung mit Autismus-Spektrum-Störungen und eignet sich dort zur Identifikation und Schweregradeinschätzung; darunter macht sie autistische Züge sichtbar, die bei anderen klinischen Bildern begleitend auftreten. Eingesetzt wird sie in klinischer und pädagogischer Status- und Prozessdiagnostik.

Aufbau und Struktur des Fragebogens

Die SRS ist ein Elternfragebogen mit 65 Items. Gemessen wird über den Gesamtwert; ergänzend lassen sich fünf Subskalen zur Profilanalyse bilden:

  • Soziale Bewusstheit – soziale Hinweisreize überhaupt wahrnehmen
  • Soziale Kognition – wahrgenommene soziale Informationen deuten
  • Soziale Kommunikation – sich sozial angemessen ausdrücken
  • Soziale Motivation – Interesse an sozialer Beteiligung
  • Autistische Manierismen – stereotype, repetitive und rigide Verhaltensweisen

Die Subskalen sind für Interventionsplanung und Verlaufsdiagnostik gedacht, nicht für die Einzeldiagnose – Faktorenanalysen sprechen für eine eindimensionale Struktur.

Durchführung

Die SRS wird von Eltern oder engen Bezugspersonen ausgefüllt und dauert 15 bis 20 Minuten. Jedes Item wird vierstufig eingeschätzt: trifft nicht zu, trifft manchmal zu, trifft oft zu, trifft fast immer zu. 48 Items sind im Sinne des Konstrukts gepolt, 17 Items invers – bei ihnen zeigt eine zutreffendere Antwort ein höheres Funktionsniveau an. Getrennte Beurteilungen durch Mutter und Vater sind vorgesehen und haben eigene Normen.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung der SRS erfolgt im Papierverfahren von Hand über den Auswerte- und Profilbogen; das Manual veranschlagt dafür 5 bis 10 Minuten und gliedert sie in drei Haupt- und sieben Zwischenschritte. Jeder Schritt – Umpolen, Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Rohwertverrechnung: Die Itemantworten werden mit 0 bis 3 kodiert, die 17 inversen Items dabei umgepolt, und in die Matrix des Auswertebogens übertragen. Daraus entstehen seitenweise Zwischensummen, die fünf Subskalenrohwerte und schließlich der Gesamtrohwert, der zwischen 0 und 195 liegen kann.
  2. Umgang mit fehlenden Werten: Bis zu 10 % fehlende Items – aufgerundet sieben – sind tolerierbar; die Standardisierung wurde auf dieser Basis vorgenommen. Bei bereits erhöhten Werten im Verdachtsbereich können ausnahmsweise auch mehr Auslassungen hingenommen werden.
  3. Normierung: Die Rohwerte werden in T-Werte (Mittelwert 50, Standardabweichung 10) überführt – getrennt für Mütter und Väter sowie für Jungen und Mädchen, bezogen auf die Allgemeinbevölkerung der 4- bis 17;11-Jährigen.
  4. Autismusnormen: Für den Gesamtwert stehen zusätzlich Normen einer großen ASS-Stichprobe zur Verfügung. Sie beantworten eine andere Frage als die Allgemeinnormen: nicht, ob ein Kind auffällig ist, sondern wo es innerhalb des Spektrums steht – bei gesicherter Diagnose als Schweregradeinschätzung, bei Verdacht als zusätzlicher Hinweis auf dessen Plausibilität.
  5. Interpretation: T-Werte von 40 bis 60 entsprechen einem normalen Maß an sozialer Reaktivität; mehr als zwei Drittel aller Kinder liegen hier. T-Werte von 61 bis 75 zeigen schwache bis mittelschwere Beeinträchtigungen an – in diesem Bereich liegt etwa ein Viertel der Personen mit einer ASS, daneben aber auch häufig Kinder mit schweren Formen anderer Störungen. Ab T = 76 liegen ausgeprägte Beeinträchtigungen vor; rund 75 % der ASS-Fälle erreichen solche Werte. Werte unter 40 sprechen für überdurchschnittlich gute soziale Fähigkeiten.

Wichtig für die Praxis: Ein T-Wert von 60 erreichte in der deutschen Eichstichprobe eine Sensitivität von 98 % für ASS – bei allerdings niedriger Spezifität. Ein erhöhter SRS-Wert ist damit ein sehr empfindlicher Anlass für weitere Diagnostik, aber kein Beleg für eine Autismus-Spektrum-Störung.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Für die deutschsprachige Fassung der SRS liegen Daten zu 1436 gesunden und psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen vor, vielfach mit getrennten Urteilen von Mutter und Vater sowie Wiederholungsmessungen; die US-amerikanische Originalnormierung beruht auf 1636 Eltern- und Lehrerurteilen. Die interne Konsistenz liegt in Norm- und klinischen Stichproben zwischen α = .91 und .97, die Retest-Reliabilität zwischen rtt = .72 und .91, die Interrater-Reliabilität bei r = .91. Die konvergente Validität mit ADI-R, ADOS und FSK ist mit r = .35 bis .58 robust – für den Vergleich eines Fragebogens mit Interview- und Beobachtungsverfahren erwartbare Werte, die zugleich zeigen, dass die SRS eigenständige Information beiträgt. Der Gesamtwert und 64 der 65 Items trennen statistisch deutlich zwischen Personen mit ASS und solchen mit anderen psychischen Störungen. Drei unabhängige Faktorenanalysen stützen die eindimensionale Struktur; Zusammenhänge mit CBCL, Vineland Adaptive Behavior Scales und dem Junior Temperament und Charakter Inventar untermauern die Konstruktvalidität.

Bölte, S., & Poustka, F. (2008). SRS – Skala zur Erfassung sozialer Reaktivität. Deutsche Fassung der Social Responsiveness Scale von J. N. Constantino und C. P. Gruber. Bern: Verlag Hans Huber.

Umfangreiche Testbibliothek & flexible Erweiterung

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Nach dem Test mehrerer Systeme hat uns PsyCalc mit seiner Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Hervorzuheben ist, dass alle unsere Testverfahren ergänzt wurden. Jetzt profitieren wir von enormer Zeitersparnis, unterstützt von einem exzellenten Support.

Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Früher benötigten wir einen extra Mitarbeiter für Testauswertungen. Dank PsyCalc kann unser Behandlungsteam nun jederzeit flexibel seine Testverfahren auswerten. Wir sparen erhebliche Kosten und können unsere Ressourcen wieder voll auf unsere Patienten konzentrieren.

Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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