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Sie benötigen viel Zeit für die Auswertung des SOMS-KJ auf Papier und trotzdem schleichen sich Fehler ein?
Sie verwenden Excel-Tabellen und müssen dennoch zum Manual greifen um die Normwerte zu ermitteln?
Oder nutzen Sie bereits ein digitales Testsystem, stören sich aber an der komplizierten Handhabung und den hohen Kosten?
Psycholog:innen dieser Träger vertrauen bereits auf PsyCalc
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Das SOMS-KJ erfasst körperliche Beschwerden, für die sich keine ausreichende organische Ursache finden lässt. Es ist ein Selbstbeurteilungsbogen und ausdrücklich ein Screening: Es begründet einen Verdacht, statt eine Diagnose zu stellen. Eingesetzt wird es dort, wo solche Beschwerden zuerst auffallen – in der Pädiatrie, der Kinderpsychosomatik und der Kinder- und Jugendpsychiatrie –, und zwar nach der körperlichen Abklärung, nicht an ihrer Stelle. Entwickelt wurde es, weil für Erwachsene passende Verfahren existierten, für das Kindes- und Jugendalter nicht.
Das SOMS-KJ besteht aus zwei Teilen. Die Symptomliste umfasst 33 Items in vier Beschwerdebereichen:
Ein allgemeines Ergänzungsfeld nimmt nicht aufgeführte Beschwerden auf. Die pseudoneurologischen Symptome sind bewusst enthalten, weil dissoziative Beschwerden zum Bild gehören, in der ICD-10 aber eine eigene Kategorie bilden.
Der zweite Teil sind die Zusatzfragen: zwei einleitende Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand, sechs Fragen zur Lebensqualität, elf zu krankheitsrelevantem Verhalten – Arztbesuche, Medikamente, Vertrauen in die eigene Gesundheit – und drei differenzialdiagnostische Fragen zu Panikattacke, Hypochondrie und Dysmorphophobie. Beantwortet wird überwiegend dichotom; nur die Zahl der Arztbesuche und die Beschwerdedauer sind abgestuft.
Das SOMS-KJ ist für Kinder und Jugendliche von 11;0 bis 17;11 Jahren normiert und wird selbstständig ausgefüllt; die Bearbeitung dauert 5 bis 15 Minuten. Nötig sind ein ruhiger Platz und ausreichende Deutschkenntnisse. Die testleitende Person muss nicht anwesend sein, soll aber vorab mündlich einführen: Anzukreuzen sind nur Beschwerden, für die keine körperliche Ursache gefunden wurde und die in den letzten sechs Monaten deutliches Leiden verursacht haben. Bei der Rückgabe ist zu prüfen, ob alle Fragen beantwortet wurden. Das Manual benennt die Fragen 12 und 13 – zur organischen Ursache und zur Akzeptanz der körperlichen Gesundheit – als die Stellen, an denen am häufigsten widersprüchlich geantwortet wird.
Die Auswertung des SOMS-KJ erfolgt im Papierverfahren von Hand über den Auswertungsbogen; das Manual veranschlagt dafür etwa fünf Minuten. Jeder Schritt – Prüfen der Bedingungen, Summieren, Vergleichen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:
Ein positives Ergebnis ist die Indikation für eine kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik, keine Diagnose.
Die interne Konsistenz des SOMS-KJ liegt bei α = .80 (N = 430). Auf Ebene der Subskalen fällt sie deutlich ab: Familie und Alltag erreicht α = .70, Wohlbefinden α = .50, Differenzialdiagnose α = .48 – Letzteres erklärt das Manual damit, dass diese Skala drei voneinander abgrenzbare Störungsbilder abfragt und nicht eindimensional ist. Die Retest-Reliabilität nach zehn Tagen (n = 47) beträgt rtt = .94 für Wohlbefinden, .84 für Differenzialdiagnose und .75 für Familie und Alltag. Die dreifaktorielle Struktur wurde exploratorisch an 318 Schülerinnen und Schülern gefunden und konfirmatorisch an 166 Patientinnen und Patienten bestätigt (CFI = .98, RMSEA = .026, SRMR = .05). Zur Trennschärfe: Gegenüber gesunden Vergleichspersonen erreicht das Verfahren beim Trennwert von vier Punkten eine Sensitivität von 98 % und eine Spezifität von 97 % (AUC = .98). In einer kinder- und jugendpsychiatrischen Inanspruchnahmepopulation sinkt die Spezifität auf 57 % (AUC = .81), bei der Abgrenzung gegenüber Angststörungen und Depression auf 22 % (AUC = .66). Das Verfahren erkennt somatoforme Beschwerden also zuverlässig, trennt sie aber schlecht von anderen psychischen Störungen – das passt zum Zweck eines Screenings, ist bei der Interpretation aber mitzudenken.
Winter, S. M., Quinn, C., Murray, E., & Lenz, K. (2018). SOMS-KJ – Screening für Somatoforme Störungen des Kindes- und Jugendalters. Bern: Hogrefe.
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Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)
LVR-Klinikum Düsseldorf
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Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)
Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied
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