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Sie verwenden Excel-Tabellen und müssen dennoch zum Manual greifen um die Normwerte zu ermitteln?
Oder nutzen Sie bereits ein digitales Testsystem, stören sich aber an der komplizierten Handhabung und den hohen Kosten?
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Das SOMS erfasst körperliche Beschwerden, die sich nicht ausreichend durch eine organische Erkrankung erklären lassen. Es bildet damit ein Feld ab, das in der Versorgung schwer zu fassen ist: Beschwerden, die real erlebt werden und erheblich belasten, für die der somatische Befund aber keine hinreichende Erklärung liefert. Das Verfahren orientiert sich eng an den Symptomlisten der Klassifikationssysteme und liegt in zwei Fassungen vor – einer für die Statusdiagnostik, einer für die Veränderungsmessung. Eingesetzt wird es in der klinischen und der Gesundheitspsychologie sowie in der allgemeinmedizinischen Praxis.
Das SOMS liegt in zwei Formen vor:
Aus den Beschwerdeitems entstehen vier Kennwerte: der Somatisierungsindex nach DSM-IV, der nach ICD-10, der SAD-Index für die somatoforme autonome Funktionsstörung und der klassifikationsübergreifende Beschwerdenindex Somatisierung, der alle Beschwerden einbezieht.
Die Formen unterscheiden sich nicht nur im Zeitfenster: Das SOMS-2 fragt dichotom nach dem Vorhandensein, das SOMS-7T zusätzlich nach der Intensität. Der Grund ist praktisch – chronifizierte Beschwerden verschwinden selten ganz, wohl aber lässt ihre Intensität unter Behandlung nach.
Das SOMS wird zur selbstständigen Bearbeitung vorgelegt und dauert etwa 3 bis 10 Minuten. Verständnisschwierigkeiten sind selten, drei typische Unregelmäßigkeiten aber im Manual benannt. Wird die Instruktion nicht gelesen, fehlt die entscheidende Information, dass nur medizinisch nicht eindeutig erklärbare Beschwerden anzugeben sind – deshalb fragt das erste Item nach, ob die Anleitung gelesen wurde. Manche Personen kreuzen nicht die zutreffenden, sondern die nicht zutreffenden Items an. Und weil sich das Antwortformat ab Item 54 ändert, werden die letzten Items gelegentlich übersprungen; ein Kontrollblick bei der Rückgabe ist deshalb sinnvoll.
Die Auswertung des SOMS erfolgt im Papierverfahren von Hand über die Auswertebogen und die Normtabellen des Manuals. Jeder Schritt – Auszählen, Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle, und weil die Indizes auf teils überlappenden Itemmengen beruhen, wird jedes Item mehrfach gelesen. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:
Das SOMS liefert eine Verdachtsdiagnose, keine Diagnose. Die Einzelitems zu Hypochondrie und körperdysmorpher Störung sind ausdrücklich nicht testkritisch interpretierbar – sie sammeln Verdachtsmomente für weitere Diagnostik.
Die Kennwerte des SOMS-2 wurden an 484 Patientinnen und Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen bestimmt. Die interne Konsistenz fällt je nach Index unterschiedlich aus: Der Beschwerdenindex erreicht α = .88, der Index nach DSM-IV .79, der SAD-Index .75 und der Index nach ICD-10 .73; Geschlechtsunterschiede bestehen praktisch nicht. Dass der umfassendste Index am zuverlässigsten misst, ist kein Zufall – er stützt sich auf die meisten Items. Die Retest-Reliabilität des SOMS-2 wurde an 51 Personen über 72 Stunden bestimmt und liegt bei .85 und .87; für das SOMS-7T ergaben sich über vier Monate .76 für den Intensitätsindex und .71 für die Beschwerdenanzahl. Für die Validität spricht vor allem der Vergleich mit dem Interview: Fragebogen und Interview korrelieren zu r = .72 bis .75, nach Ausschluss der Personen mit Ausschlusskriterien zu .75 bis .81. Schwächer schneidet durchgängig der SAD-Index ab – niedrigere Konsistenz und geringere Übereinstimmung mit dem Interview verweisen auf die Schwierigkeit, die somatoforme autonome Funktionsstörung per Fragebogen abzubilden. Die Normwerte für das SOMS-7T beruhen auf einer repräsentativen Stichprobe von über 2.500 Personen.
Rief, W., & Hiller, W. (2008). SOMS – Screening für Somatoforme Störungen (2., vollständig überarbeitete und neu normierte Auflage). Bern: Hogrefe.
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