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Sie verwenden Excel-Tabellen und müssen dennoch zum Manual greifen um die Normwerte zu ermitteln?
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Soziale Ängste und soziale Defizite werden in der Praxis oft in einem Atemzug genannt, obwohl sie unterschiedliches therapeutisches Vorgehen verlangen – Exposition bei Ängsten, Kompetenztraining bei Defiziten. Der SASKO schließt diese Lücke, indem er beide Konstrukte unabhängig voneinander abbildet. Erfasst werden damit zwei Komponenten der Sozialen Phobie: die soziale Angst als notwendiges Symptom und die Beeinträchtigung im sozialen Verhalten und in der sozialen Informationsverarbeitung, die häufig, aber nicht zwingend hinzukommt.
Die Endform des SASKO umfasst 40 Items, die sich auf vier Subskalen verteilen und zwei übergeordneten Dimensionen zugeordnet sind:
Dimension Angst:
Dimension Defizite:
Aus den vier Subskalen entsteht die Gesamtskala SASKO (40 Items). Ergänzend enthält der Fragebogen eine Zusatzskala Einsamkeit (EINSAM) mit 4 Items, die einen selbst wahrgenommenen Mangel an sozialen Kontakten erfasst und als Screening dient.
Der SASKO ist für Erwachsene konzipiert und wird ohne Zeitbegrenzung selbstständig bearbeitet; das dauert erfahrungsgemäß 5 bis 10 Minuten. Die Items werden auf einer vierstufigen Skala beantwortet, die von 0 (nie) über 1 (manchmal) und 2 (häufig) bis 3 (immer/meistens) reicht; alle Items sind so gepolt, dass höhere Werte eine stärkere Merkmalsausprägung anzeigen. Um Antwortverfälschungen zu vermeiden, wird der Fragebogen neutral als „Fragebogen zur Selbstbeschreibung in sozialen Situationen" vorgestellt.
Die Auswertung des SASKO erfolgt im Papierverfahren von Hand über eine Schablone, die anhand aufgedruckter Symbole exakt angelegt wird, und ein Auswertungsblatt; das Manual veranschlagt dafür etwa fünf Minuten. Jeder Schritt – Auszählen, Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:
Beim T-Wert (Mittelwert 50, Standardabweichung 10) gilt der Bereich von 40 bis 59 als durchschnittlich. Niedrige Werte sind nicht als Gegenteil von Ängsten oder Defiziten zu lesen – gemessen wird Symptomausprägung, nicht soziale Kompetenz. Und ein überschrittener Trennwert ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Diagnose.
Die Normwerte beruhen auf 413 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 78 Jahren sowie auf 68 Patientinnen und Patienten mit Sozialphobie; für die klinische Gruppe liegen zusätzlich nach Geschlecht getrennte Referenzwerte vor. Die interne Konsistenz der Gesamtskala beträgt α = .92 bis .94 bei Gesunden und .94 in der klinischen Stichprobe, die der Subskalen .76 bis .87 beziehungsweise .80 bis .89. Die Retest-Reliabilität wurde an 87 Gesunden über acht Wochen bestimmt: Gesamtskala .82, Subskalen .51 bis .78. Die Gesamtskala trennt gut zwischen den Gruppen: Sensitivität 92 Prozent, Spezifität 91 Prozent gegenüber Gesunden. Die vierfaktorielle Struktur wurde exploratorisch gefunden und an einer unabhängigen Stichprobe konfirmatorisch repliziert (RMSEA = .06, GFI = .96, AGFI = .95). Aufschlussreich ist das Muster der Interkorrelationen: Die Angst-Skalen hängen untereinander enger zusammen als mit den Defizit-Skalen – genau das, was die intendierte Trennung verlangt. Die konvergente Validität der Angst-Skalen ist über Zusammenhänge mit etablierten Verfahren belegt (r = .65 bis .76 mit SPIN und SIAS). Für die beiden Defizit-Skalen ließ sie sich nicht prüfen, weil geeignete klinische Vergleichsinstrumente fehlen – eine Lücke, die das Manual offen benennt und die zugleich erklärt, warum es den SASKO überhaupt gibt.
Kolbeck, S., & Maß, R. (2009). SASKO. Fragebogen zu sozialer Angst und sozialen Kompetenzdefiziten. Göttingen: Hogrefe.
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