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SASKO digital auswerten

SASKO – Fragebogen zu sozialer Angst und sozialen Kompetenzdefiziten

Soziale Ängste und soziale Defizite werden in der Praxis oft in einem Atemzug genannt, obwohl sie unterschiedliches therapeutisches Vorgehen verlangen – Exposition bei Ängsten, Kompetenztraining bei Defiziten. Der SASKO schließt diese Lücke, indem er beide Konstrukte unabhängig voneinander abbildet. Erfasst werden damit zwei Komponenten der Sozialen Phobie: die soziale Angst als notwendiges Symptom und die Beeinträchtigung im sozialen Verhalten und in der sozialen Informationsverarbeitung, die häufig, aber nicht zwingend hinzukommt.

Aufbau und Struktur des Fragebogens

Die Endform des SASKO umfasst 40 Items, die sich auf vier Subskalen verteilen und zwei übergeordneten Dimensionen zugeordnet sind:

Dimension Angst:

  • Sprech- und Mittelpunktsangst (SPRECH) – Ängste in Situationen mit geforderter Leistung, etwa beim Sprechen oder im Mittelpunkt stehen (12 Items)
  • Angst vor Ablehnung (ABLEHN) – Angst vor negativer Bewertung, Blamage und Zurückweisung (10 Items)

Dimension Defizite:

  • Interaktionsdefizite (INTERAK) – gehemmtes, distanziertes Interaktionsverhalten (10 Items)
  • Informationsverarbeitungsdefizite (INFORMAT) – Schwierigkeiten, das Verhalten und die Absichten anderer angemessen wahrzunehmen und einzuordnen (8 Items)

Aus den vier Subskalen entsteht die Gesamtskala SASKO (40 Items). Ergänzend enthält der Fragebogen eine Zusatzskala Einsamkeit (EINSAM) mit 4 Items, die einen selbst wahrgenommenen Mangel an sozialen Kontakten erfasst und als Screening dient.

Durchführung

Der SASKO ist für Erwachsene konzipiert und wird ohne Zeitbegrenzung selbstständig bearbeitet; das dauert erfahrungsgemäß 5 bis 10 Minuten. Die Items werden auf einer vierstufigen Skala beantwortet, die von 0 (nie) über 1 (manchmal) und 2 (häufig) bis 3 (immer/meistens) reicht; alle Items sind so gepolt, dass höhere Werte eine stärkere Merkmalsausprägung anzeigen. Um Antwortverfälschungen zu vermeiden, wird der Fragebogen neutral als „Fragebogen zur Selbstbeschreibung in sozialen Situationen" vorgestellt.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung des SASKO erfolgt im Papierverfahren von Hand über eine Schablone, die anhand aufgedruckter Symbole exakt angelegt wird, und ein Auswertungsblatt; das Manual veranschlagt dafür etwa fünf Minuten. Jeder Schritt – Auszählen, Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Vollständigkeit prüfen: Schon bei der Rückgabe wird auf ausgelassene Antworten geschaut und sofort nacherhoben. Bis zu vier fehlende Werte dürfen durch den gerundeten Mittelwert der übrigen Items derselben Skala ersetzt werden; bei mehr als vier rät das Manual von einer Auswertung ab.
  2. Rohwerte: Die Itemwerte werden je Subskala zu einem Summenwert addiert, daraus entstehen die Gesamtskala und der Wert der Zusatzskala Einsamkeit.
  3. Cutoff-Werte: Für jede Skala liegt ein Trennwert vor, ab dem eine Soziale Phobie wahrscheinlich ist – 15 für Sprech- und Mittelpunktsangst, 13 für Angst vor Ablehnung, 10 für Interaktionsdefizite, 9 für Informationsverarbeitungsdefizite, 49 für die Gesamtskala.
  4. Normierung: Die Rohwerte werden in Prozentränge, z-Werte und T-Werte überführt. Weil die Skalen nicht normalverteilt sind, geschieht das über eine Flächentransformation. Als Referenzgruppen stehen gesunde Erwachsene und Patientinnen und Patienten mit Sozialphobie zur Wahl, letztere zusätzlich nach Geschlecht getrennt.
  5. Angst-Defizit-Profil: Aus den T-Werten entsteht das eigentliche Ergebnis – ein Profil, das zeigt, wie sich Ängste und Defizite im Einzelfall zueinander verhalten. Daraus leitet sich der Behandlungsschwerpunkt ab: Angstbehandlung, Kompetenztraining oder beides.

Beim T-Wert (Mittelwert 50, Standardabweichung 10) gilt der Bereich von 40 bis 59 als durchschnittlich. Niedrige Werte sind nicht als Gegenteil von Ängsten oder Defiziten zu lesen – gemessen wird Symptomausprägung, nicht soziale Kompetenz. Und ein überschrittener Trennwert ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Diagnose.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die Normwerte beruhen auf 413 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 78 Jahren sowie auf 68 Patientinnen und Patienten mit Sozialphobie; für die klinische Gruppe liegen zusätzlich nach Geschlecht getrennte Referenzwerte vor. Die interne Konsistenz der Gesamtskala beträgt α = .92 bis .94 bei Gesunden und .94 in der klinischen Stichprobe, die der Subskalen .76 bis .87 beziehungsweise .80 bis .89. Die Retest-Reliabilität wurde an 87 Gesunden über acht Wochen bestimmt: Gesamtskala .82, Subskalen .51 bis .78. Die Gesamtskala trennt gut zwischen den Gruppen: Sensitivität 92 Prozent, Spezifität 91 Prozent gegenüber Gesunden. Die vierfaktorielle Struktur wurde exploratorisch gefunden und an einer unabhängigen Stichprobe konfirmatorisch repliziert (RMSEA = .06, GFI = .96, AGFI = .95). Aufschlussreich ist das Muster der Interkorrelationen: Die Angst-Skalen hängen untereinander enger zusammen als mit den Defizit-Skalen – genau das, was die intendierte Trennung verlangt. Die konvergente Validität der Angst-Skalen ist über Zusammenhänge mit etablierten Verfahren belegt (r = .65 bis .76 mit SPIN und SIAS). Für die beiden Defizit-Skalen ließ sie sich nicht prüfen, weil geeignete klinische Vergleichsinstrumente fehlen – eine Lücke, die das Manual offen benennt und die zugleich erklärt, warum es den SASKO überhaupt gibt.

Kolbeck, S., & Maß, R. (2009). SASKO. Fragebogen zu sozialer Angst und sozialen Kompetenzdefiziten. Göttingen: Hogrefe.

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Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Früher benötigten wir einen extra Mitarbeiter für Testauswertungen. Dank PsyCalc kann unser Behandlungsteam nun jederzeit flexibel seine Testverfahren auswerten. Wir sparen erhebliche Kosten und können unsere Ressourcen wieder voll auf unsere Patienten konzentrieren.

Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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