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Online Auswertung des NEO-FFI

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NEO-FFI digital auswerten

NEO-FFI – NEO-Fünf-Faktoren-Inventar

Das NEO-FFI erfasst die Persönlichkeit über die fünf Dimensionen, die sich in faktorenanalytischen Untersuchungen unterschiedlichster Eigenschaftsurteile immer wieder gezeigt haben: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Diese fünf Bereiche gehen auf den psycho-lexikalischen Ansatz zurück, dem zufolge alle bedeutsamen Unterschiede zwischen Menschen Eingang in die Sprache gefunden haben. Das NEO-FFI ist die Kurzform des NEO-PI-R und beschreibt die fünf Bereiche jeweils als Ganzes, ohne Untergliederung in Facetten. Eingesetzt wird es in der Forschung, in klinischen und pädagogischen Zusammenhängen sowie in der Berufs- und Personalpsychologie.

Aufbau und Struktur des Fragebogens

Das NEO-FFI umfasst 60 Aussagen, von denen je 12 auf eine der fünf Skalen entfallen:

  • Neurotizismus (N) – emotionale Labilität gegenüber emotionaler Stabilität; das Erleben negativer Gefühle, Sorgen und Unsicherheit
  • Extraversion (E) – Geselligkeit, Aktivität, Gesprächigkeit, Heiterkeit und Optimismus
  • Offenheit für Erfahrung (O) – Wertschätzung neuer Erfahrungen, Phantasie, Wissbegier, kulturelle Interessen, Unabhängigkeit des Urteils
  • Verträglichkeit (V) – Altruismus, Mitgefühl, zwischenmenschliches Vertrauen, Kooperationsbereitschaft
  • Gewissenhaftigkeit (G) – Zielstrebigkeit, Disziplin, Zuverlässigkeit, Ordentlichkeit und Planungsfähigkeit

Jede Aussage wird auf einer fünfstufigen Skala von Starke Ablehnung bis Starke Zustimmung beurteilt. Ein Teil der Items ist umgekehrt gepolt. Wichtig für das Verständnis der Werte: Neurotizismus ist ausdrücklich dimensional gemeint und beschreibt keine psychische Störung – alle fünf Skalen erfassen Merkmale, in denen sich Menschen graduell unterscheiden.

Durchführung

Das NEO-FFI kann im Einzel- wie im Gruppensetting vorgegeben werden; die Durchführungszeit beträgt etwa zehn Minuten. Die Instruktion sollte unmittelbar vor dem Ausfüllen verlesen werden, da ein uneinheitliches Vorverständnis die Vergleichbarkeit der Ergebnisse beeinträchtigt. Auf Bitten um Präzisierung einzelner Fragen antwortet die Testleitung, dass die Items bewusst allgemein gehalten sind – zusätzliche Erläuterungen verfälschen die Antworten leicht, weil sie den Blick von der Disposition auf eine einzelne Situation lenken. Die Itemformulierungen sind auf Erwachsene zugeschnitten; Normwerte liegen ab einem Alter von 16 Jahren vor.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung des NEO-FFI erfolgt im Papierverfahren von Hand über eine farbkodierte Auswerteschablone, die auf den Fragebogen gelegt wird, und über die Normtabellen des Manuals. Jeder Schritt – Auszählen, Umpolen, Dividieren, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Summenwert: Die Antworten werden mit 0 bis 4 kodiert, umgekehrt gepolte Items entsprechend umgedreht, und je Skala aufsummiert.
  2. Testwert: Der Summenwert wird durch die Zahl der beantworteten Items geteilt und anschließend mit 12 multipliziert. Bei vollständiger Bearbeitung sind Summen- und Testwert identisch; fehlen Antworten, verhindert dieser Rechenweg, dass die Person fälschlich als weniger merkmalsausgeprägt eingestuft wird. Sind weniger als zehn Items einer Skala beantwortet, sollte der Wert nicht weiterverwendet werden.
  3. Normierung: Die Testwerte werden in T-Werte als Feinnorm und Stanine als Grobnorm überführt. Beide beruhen auf einer Flächentransformation über die Prozentränge – nicht auf einer Linearumrechnung, weil die Rohwerte nicht normalverteilt sind. Zur Wahl stehen 13 Normstichproben: eine bevölkerungsrepräsentative Quotenstichprobe, je eine für Männer und Frauen sowie innerhalb der Geschlechter fünf Altersgruppen (16–20, 21–24, 25–29, 30–49 und ab 50 Jahren).
  4. Wahl der Bezugsgruppe: Welche Norm gewählt wird, verändert die Aussage. Eine junge Frau kann gegenüber der Gesamtbevölkerung überdurchschnittliche Neurotizismuswerte aufweisen und zugleich, verglichen mit Frauen ihres Alters, im Durchschnitt liegen. Beide Lesarten sind zulässig – die Fragestellung entscheidet.
  5. Interpretation: Die Werte werden anhand der Skalenbeschreibungen des Manuals eingeordnet, ergänzt um die im Manual ausgewiesenen Vertrauensintervalle. Das Profil über alle fünf Bereiche ist aussagekräftiger als jeder Einzelwert.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die Kennwerte der zweiten Auflage beruhen auf 11.724 Personen aus über 50 Einzelstudien, aus denen eine bevölkerungsrepräsentative Quotenstichprobe von 871 Personen gezogen wurde. Die internen Konsistenzen betragen .87 (Neurotizismus), .84 (Gewissenhaftigkeit), .81 (Extraversion), .75 (Offenheit) und .72 (Verträglichkeit) – im Mittel .80 und damit hoch für Skalen aus nur zwölf Items. Die Stabilität ist beträchtlich: über zwei Jahre .65 bis .81, über fünf Jahre .71 bis .82 an 1.730 Personen. Das NEO-FFI misst also überdauernde Eigenschaften. Die Korrelationen mit den Bereichsskalen des NEO-PI-R liegen zwischen .84 (Verträglichkeit) und .92 (Neurotizismus); die 180 zusätzlichen Items des Langverfahrens erschließen vor allem die Facettenebene. Die mittlere Trennschärfe beträgt .46, und 58 der 60 Items laden am höchsten auf dem erwarteten Faktor. Geschlechts- und Alterseffekte sind belegt und gering bis mittel – sie sind der Grund für die differenzierten Normen.

Borkenau, P., & Ostendorf, F. (2008). NEO-FFI – NEO-Fünf-Faktoren-Inventar nach Costa und McCrae (2., neu normierte und vollständig überarbeitete Auflage). Göttingen: Hogrefe.

Umfangreiche Testbibliothek & flexible Erweiterung

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Nach dem Test mehrerer Systeme hat uns PsyCalc mit seiner Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Hervorzuheben ist, dass alle unsere Testverfahren ergänzt wurden. Jetzt profitieren wir von enormer Zeitersparnis, unterstützt von einem exzellenten Support.

Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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