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Sie verwenden Excel-Tabellen und müssen dennoch zum Manual greifen um die Normwerte zu ermitteln?

Oder nutzen Sie bereits ein digitales Testsystem, stören sich aber an der komplizierten Handhabung und den hohen Kosten?

Online Auswertung des JTCI

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JTCI digital auswerten

JTCI – Junior Temperament und Charakter Inventar

Das JTCI trennt zwei Ebenen der Persönlichkeit, die in vielen Verfahren vermischt werden: Temperament als weitgehend automatische emotionale Reaktionsbereitschaft und Charakter als das, was eine Person daraus macht – Selbstbild, Werte, Ziele. Diese Unterscheidung geht auf das biopsychosoziale Persönlichkeitsmodell von Cloninger zurück und hat unmittelbare Folgen für die Praxis: Temperamentsmerkmale sind früh erkennbar und vergleichsweise stabil, Charaktermerkmale entwickeln sich und sind beeinflussbar. Das JTCI ist die deutschsprachige Kinder- und Jugendfassung des Temperament and Character Inventory.

Aufbau und Struktur des Fragebogens

Das JTCI liegt in drei altersgestuften Fassungen vor, deren Altersgrenzen sich überlappen; eine Abweichung von bis zu zwei Jahren ist zulässig:

  • JTCI 3-6 R – 86 Items, ausgefüllt von Eltern oder Bezugspersonen
  • JTCI 7-11 R – 86 Items, ebenfalls Fremdbeurteilung
  • JTCI 12-18 R – 103 Items, Selbstbeurteilung der Jugendlichen

Beantwortet wird fünfstufig von „Nein" bis „Ja". Alle Fassungen bilden sieben Hauptdimensionen ab:

  • Temperament: Neugierverhalten (NV), Schadensvermeidung (SV), Belohnungsabhängigkeit (BA) und Beharrungsvermögen (BV)
  • Charakter: Selbstlenkungsfähigkeit (SL), Kooperativität (KO) und Selbsttranszendenz (ST)

Jede Hauptdimension gliedert sich zusätzlich in Subskalen – insgesamt 28. Die Schadensvermeidung etwa zerfällt in Zukunftssorgen, Angst vor Ungewissem, Schüchternheit und Ermüdbarkeit, die Kooperativität in soziale Akzeptanz, Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft, Mitleid und Gewissen. Erst auf dieser Ebene wird sichtbar, was einen hohen Dimensionswert konkret ausmacht.

Durchführung

Das JTCI deckt den Altersbereich von 3 bis 18 Jahren ab. Bis 11 Jahre urteilen Eltern oder andere Bezugspersonen, ab 12 Jahren die Jugendlichen selbst – der Perspektivwechsel ist Teil der Konstruktion und bedeutet zugleich, dass Werte aus verschiedenen Fassungen nicht unmittelbar als Verlauf gelesen werden dürfen. Die Bearbeitung dauert etwa 15 bis 20 Minuten und ist im Einzel- wie im Gruppensetting möglich.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung des JTCI erfolgt im Papierverfahren von Hand über die Auswertungsbogen und die Normtabellen des Manuals. Jeder Schritt – Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle, und bei sieben Hauptdimensionen samt 28 Subskalen sind je Durchführung 35 Werte zu bilden und nachzuschlagen. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Subskalenwerte: Die Itemwerte werden je Subskala zusammengefasst.
  2. Hauptdimensionen: Aus den Subskalen entstehen die sieben übergeordneten Werte für Temperament und Charakter.
  3. Normierung: Alle Werte werden in T-Werte und Prozentränge überführt. Die Normtabellen sind nach der jeweiligen Altersfassung getrennt.
  4. Temperamentsprofil: Hohe Werte beschreiben charakteristische Reaktionsmuster – eine hohe Schadensvermeidung etwa erhöhte Ängstlichkeit und Zurückhaltung, ein hohes Neugierverhalten die Neigung zu impulsivem Explorieren. Bewertet wird hier nicht; Temperament ist eine Ausgangslage, kein Defizit.
  5. Charakterprofil: Anders bei den Charakterdimensionen. Niedrige Werte in Selbstlenkungsfähigkeit oder Kooperativität gelten als Hinweis auf eine aktuelle psychische Belastung und sind der diagnostisch aussagekräftigste Teil des Profils.

Die Kombination beider Ebenen ist der eigentliche Ertrag: Ein schwieriges Temperament bei gut entwickeltem Charakter beschreibt eine andere Ausgangslage als dieselbe Temperamentskonstellation bei niedriger Selbstlenkungsfähigkeit. Aus dem Profil lassen sich Ansatzpunkte für Förderung ableiten – eine Diagnose leistet das JTCI nicht.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die Normwerte beruhen auf 323 Kindern im Kindergartenalter, 277 Grundschulkindern und 432 Jugendlichen. Das sind für ein Verfahren mit drei Fassungen überschaubare Stichproben, was bei der Einordnung einzelner Werte mitzudenken ist. Die interne Konsistenz liegt für das JTCI 3-6 R zwischen α = .71 und .86, für das JTCI 7-11 R zwischen .72 und .88 und für das JTCI 12-18 R zwischen .79 und .85. Die Retest-Reliabilität wurde über zwei Monate bestimmt und bewegt sich zwischen rtt = .72 und .87; einzig das Neugierverhalten in der Jugendfassung fällt mit .65 ab – passend zu einem Merkmal, das in der Adoleszenz besonders in Bewegung ist. Die Faktorenstruktur wurde explorativ und konfirmatorisch geprüft und bestätigt. Für die Kriteriumsvalidität sprechen erwartungskonforme Zusammenhänge mit verwandten Persönlichkeitsmaßen sowie der Befund, dass die Charakterskalen mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen – genau das, was das zugrunde liegende Modell vorhersagt.

Goth, K., & Schmeck, K. (2009). JTCI – Das Junior Temperament und Charakter Inventar. Göttingen: Hogrefe.

Umfangreiche Testbibliothek & flexible Erweiterung

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Das sagen unsere Nutzer:innen

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Nach dem Test mehrerer Systeme hat uns PsyCalc mit seiner Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Hervorzuheben ist, dass alle unsere Testverfahren ergänzt wurden. Jetzt profitieren wir von enormer Zeitersparnis, unterstützt von einem exzellenten Support.

Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Früher benötigten wir einen extra Mitarbeiter für Testauswertungen. Dank PsyCalc kann unser Behandlungsteam nun jederzeit flexibel seine Testverfahren auswerten. Wir sparen erhebliche Kosten und können unsere Ressourcen wieder voll auf unsere Patienten konzentrieren.

Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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