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FKAU/FKON-Z digital auswerten

FKAU-Z und FKON-Z – Kausal- und Kontrollattributionen bei Zwangsstörungen

Der FKAU-Z und der FKON-Z erfassen nicht die Zwangssymptomatik selbst, sondern die Überzeugungen, die sie begleiten: Worauf führt ein Kind seine Zwänge zurück, und wer oder was hat aus seiner Sicht Kontrolle darüber. Beide Fragebögen gehören zum Diagnostikum für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter und setzen eine bereits bekannte Zwangsstörung voraus. Ihr Nutzen liegt in der Therapieplanung: Wer die eigene Störung magisch erklärt oder die Kontrolle vollständig außerhalb der eigenen Person verortet, braucht eine andere Psychoedukation als jemand, der sich selbst die Schuld gibt.

Aufbau und Struktur der Fragebögen

Beide Verfahren sind Selbstbeurteilungsbogen mit vierstufigem Antwortformat.

FKAU-Z – Kausalattributionen mit 26 Items auf vier Subskalen:

  • Internale Ursachenattributionen – die Zwänge werden auf die eigene Person zurückgeführt
  • External-personenbezogene Ursachenattributionen – andere Menschen gelten als Ursache
  • External-zufallsbezogene Ursachenattributionen – Zufall oder Umstände gelten als Ursache
  • Magische Ursachenattributionen – übernatürliche Zusammenhänge werden als Ursache angenommen

FKON-Z – Kontrollattributionen mit 33 Items auf drei Subskalen:

  • Internale Kontrollattributionen – die eigene Person kann die Zwänge beeinflussen
  • External-personenbezogene Kontrollattributionen – andere können sie beeinflussen
  • External-zufallsbezogene Kontrollattributionen – die Kontrolle liegt bei Zufall oder Umständen

Ergänzend weist die Auswertung des FKON-Z einen Kennwert zum Kontrollverlust aus. Die magische Skala des FKAU-Z ist dabei mehr als eine Restkategorie: Magisches Denken gilt als eigenständiger aufrechterhaltender Faktor bei Zwangsstörungen und ist ein direkter Ansatzpunkt für die Behandlung.

Durchführung

Beide Fragebögen richten sich an Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren mit bekannter Zwangsstörung. Das Ausfüllen dauert je etwa zehn Minuten. Weil die Items Ursachen und Kontrolle der eigenen Zwänge zum Gegenstand haben, setzt die Bearbeitung voraus, dass die Symptomatik zuvor angesprochen und benannt wurde – die Bogen eignen sich nicht als Einstieg in die Diagnostik, sondern schließen an sie an. Eingesetzt werden sie in der Regel gemeinsam, weil Ursachen- und Kontrollzuschreibung getrennte Fragen sind: Wer sich selbst als Ursache sieht, muss sich deshalb nicht als handlungsfähig erleben.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung des FKAU-Z und des FKON-Z erfolgt im Papierverfahren von Hand über die Auswertungsbogen und die Vergleichswerte des Manuals. Jeder Schritt – Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle, und weil sich die Items der Subskalen über den Bogen verteilen, wird jeder Fragebogen mehrfach durchgegangen. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Subskalenwerte: Je Subskala werden die zugehörigen Itemwerte summiert.
  2. Einordnung über klinische Normen: Die Rohwerte werden mit Quartilen aus einer klinischen Stichprobe verglichen. Der Bezug ist damit ausdrücklich nicht die Allgemeinbevölkerung, sondern die Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit Zwangsstörung – die Frage lautet also nicht, ob eine Attribution auffällig ist, sondern wie ausgeprägt sie im Vergleich zu anderen Betroffenen ausfällt.
  3. Profil statt Einzelwert: Aussagekräftig ist das Muster über die Subskalen hinweg. Erst der Vergleich zeigt, ob eine Zuschreibungsrichtung dominiert oder ob sich Ursachen- und Kontrollüberzeugungen widersprechen.

Für die Interpretation gibt es keine richtigen oder falschen Werte – die Bogen bilden Zuschreibungsmuster ab, keine Symptomschwere. Diagnostisch bedeutsam wird ein Profil erst im Zusammenhang mit der Symptomatik selbst, die im Diagnostikum über eigene Verfahren erhoben wird. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Kombination aus hoher internaler Ursachen- und niedriger internaler Kontrollattribution: Wer sich für die Ursache hält, ohne Einfluss zu erleben, trägt eine Last, die Psychoedukation gezielt adressieren kann.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die internen Konsistenzen der FKAU-Z-Subskalen liegen zwischen α = .73 und α = .83, die der FKON-Z-Subskalen zwischen α = .73 und α = .84. Für Subskalen aus wenigen Items ist das ein zufriedenstellender bis guter Bereich, der zugleich nahelegt, Einzelwerte nicht zu fein zu deuten. Die Einordnung erfolgt über klinische Normen in Form von Quartilen; bevölkerungsrepräsentative Normwerte liegen für beide Fragebögen nicht vor, was ihrem Einsatzzweck entspricht – sie richten sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche mit bereits gesicherter Zwangsstörung. Die Konstruktvalidität stützt sich auf die Anbindung an etablierte Modelle der Kausalattribution und der Kontrollüberzeugungen. Beide Verfahren sind Teil eines mehrperspektivischen Diagnostikums, das Selbst- und Fremdurteil sowie das klinische Urteil zusammenführt; ihre Aussagekraft entfaltet sich entsprechend im Verbund und nicht als Einzelbefund.

Goletz, H., Adam, J., & Döpfner, M. (2020). DZ-KJ – Diagnostikum für Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Göttingen: Hogrefe.

Umfangreiche Testbibliothek & flexible Erweiterung

Werten Sie die FKAU-Z und FKON-Z und über 50 weitere etablierte klinische Testverfahren aus. Fehlt ein spezifisches Verfahren für Ihre Einrichtung? Gerne implementieren wir jeden zusätzlichen Test.

Das sagen unsere Nutzer:innen

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Nach dem Test mehrerer Systeme hat uns PsyCalc mit seiner Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Hervorzuheben ist, dass alle unsere Testverfahren ergänzt wurden. Jetzt profitieren wir von enormer Zeitersparnis, unterstützt von einem exzellenten Support.

Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Früher benötigten wir einen extra Mitarbeiter für Testauswertungen. Dank PsyCalc kann unser Behandlungsteam nun jederzeit flexibel seine Testverfahren auswerten. Wir sparen erhebliche Kosten und können unsere Ressourcen wieder voll auf unsere Patienten konzentrieren.

Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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