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Sie benötigen viel Zeit für die Auswertung des DTK-II auf Papier und trotzdem schleichen sich Fehler ein?
Sie verwenden Excel-Tabellen und müssen dennoch zum Manual greifen um die Normwerte zu ermitteln?
Oder nutzen Sie bereits ein digitales Testsystem, stören sich aber an der komplizierten Handhabung und den hohen Kosten?
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Beispiel-TestbefundNie mehr rechnen · Nie mehr Normwerte suchen · Nie mehr Excel-Tabellen
Der DTK-II erfasst die aktuelle depressive Befindlichkeit von Kindern im Grundschul- und frühen Sekundarstufenalter. Sein Zuschnitt ist konsequent auf diese Altersgruppe ausgelegt: Die Aussagen sind kurz und alltagsnah formuliert, und beantwortet wird nur mit Ja oder Nein – ein Format, das Kindern die Entscheidung erleichtert, weil keine abgestuften Zwischenkategorien abzuwägen sind. Damit eignet sich der DTK-II besonders dort, wo es schnell gehen muss: als Screening in der Schule, in der Beratungsstelle oder am Anfang eines diagnostischen Prozesses.
Der DTK-II liegt in einer Langform mit 55 Items und einer Kurzform mit 11 Items vor; ergänzend steht eine Screeningversion zur Verfügung. Alle Items werden dichotom mit Ja oder Nein beantwortet.
Ausgewertet werden drei Dimensionen depressiver Befindlichkeit:
Diese Dreiteilung ist inhaltlich bedeutsam, weil sich Depression im Kindesalter häufig nicht als Traurigkeit zeigt, sondern als Gereiztheit oder als körperliche Beschwerde. Ein Kind kann auf der Dysphorieskala unauffällig bleiben und dennoch deutliche Werte in den beiden anderen Bereichen erreichen.
Der DTK-II ist für Kinder von 9 bis 14 Jahren vorgesehen und lässt sich einzeln wie in Gruppen einsetzen. Die Langform dauert etwa 10 bis 15 Minuten, die Kurzform rund 5 Minuten. Maßgeblich für die tatsächliche Dauer ist die Lesefähigkeit: Bei leseschwachen Kindern sollte vorgelesen werden, sonst wird eher das Lesevermögen als die Befindlichkeit gemessen. Eingesetzt wird das Verfahren in der Kinderpsychologie und -psychiatrie sowie in der Schul- und Entwicklungspsychologie.
Die Auswertung des DTK-II erfolgt im Papierverfahren von Hand über einen Auswertungsbogen und die Normtabellen des Manuals. Jeder Schritt – Auszählen, Summieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle, und bei 55 dichotomen Items auf drei Skalen ist das Auszählen der langwierigste Teil. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:
Bei der Einordnung ist die Normgrundlage mitzudenken: Die Prozentränge beziehen sich auf die Gesamtstichprobe und sind nicht nach Alter oder Geschlecht getrennt ausgewiesen. Über einen Altersbereich von 9 bis 14 Jahren hinweg bedeutet das, dass Entwicklungsunterschiede innerhalb der Norm nicht abgebildet werden – ein Wert am Rand des Altersbereichs ist entsprechend vorsichtiger zu lesen. Und ein erhöhter Wert ist ein Hinweis auf Abklärungsbedarf, keine Diagnose: Depression im Kindesalter wird über Exploration, Fremdurteil und klinische Beurteilung festgestellt, nicht über einen Fragebogenwert.
Die Normierung des DTK-II beruht auf einer Stichprobe von 1.250 Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die internen Konsistenzen der drei Skalen betragen α = .88 für Dysphorische Stimmung und Selbstwertprobleme, .78 für Agitiertes Verhalten und .76 für Müdigkeit und autonome Reaktionen – das Gefälle folgt der Itemzahl und spricht dafür, die beiden kürzeren Skalen zurückhaltender zu interpretieren. Die Retest-Reliabilität wurde über Intervalle von einer bis acht Wochen bestimmt und liegt zwischen rtt = .70 und .88. Zur Validität liegen Zusammenhänge mit anderen Depressionsskalen, mit Selbstkonzept- und Attributionsmaßen, mit Neurotizismus und Extraversion, mit Angstskalen, mit Emotionsregulationsstrategien und mit Aspekten der Elternbeziehung vor, ergänzt um Gruppenvergleiche. Einordnend gehört dazu ein Befund zur Vorgängerversion: In einer Untersuchung an 228 pädiatrischen Patientinnen und Patienten im Alter von 9 bis 12 Jahren erreichte die Dysphorieskala des DTK gegenüber ICD-10-Diagnosen eine zufriedenstellende Trefferquote (AUC = 86,2 %), lag damit aber unter dem Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche (AUC = 92,6 %). Für die Praxis heißt das: Der DTK-II ist ein ökonomisches Screening, nicht das treffsicherste verfügbare Instrument.
Rossmann, P. (2014). DTK-II – Depressionstest für Kinder II. Göttingen: Hogrefe.
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Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied
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