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CFT 20-R digital auswerten

CFT 20-R – Grundintelligenztest Skala 2 (Revision)

Der CFT 20-R ist ein wissenschaftlich fundierter Intelligenztest zur sprachfreien Erfassung der Grundintelligenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Als „Culture Fair Test" misst er die fluide Intelligenz (die „General Fluid Ability" bzw. den gf-Faktor nach Cattell) anhand von ausschließlich figuralem Material und damit weitgehend unabhängig von sprachlichen, kulturellen und sozialen Einflüssen. Erfasst wird die grundlegende Denkkapazität, in neuartigen Situationen Regeln und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, logische Schlüsse zu ziehen und Beziehungen zwischen figuralen Elementen herzustellen. Die Revision (CFT 20-R) erweitert die „Testdecke" im oberen Leistungsbereich und behält den bewährten Aufbau der Grundintelligenz-Testbatterie bei.

Aufbau und Struktur des Tests

Der CFT 20-R besteht aus einer Form mit zwei Testteilen, die jeweils dieselben vier Subtests enthalten:

  • Reihenfortsetzen – die Aufbauregel einer Figurenreihe erkennen und fortsetzen (Teil 1: 15, Teil 2: 12 Items)
  • Klassifikationen – die abweichende von merkmalsähnlichen Figuren abgrenzen (15 / 12)
  • Matrizen – ein figurales Muster richtig vervollständigen (15 / 12)
  • Topologische Schlussfolgerungen – räumlich-topologische Beziehungen erfassen (11 / 9)

Der 1. Testteil umfasst 56, der 2. Testteil 45 Aufgaben (insgesamt 101 Aufgaben). Die Aufgaben werden im Multiple-Choice-Format mit fünf Antwortalternativen beantwortet. Es stehen vier Durchführungsarten zur Verfügung (Kurzform = nur Teil 1, Langform = beide Teile, jeweils mit Mindest- oder verlängerter Testzeit), für die jeweils eigene IQ-Normen vorliegen. Optional lassen sich der Wortschatztest (WS) und der Zahlenfolgentest (ZF-R) als Ergänzungstests zur Erfassung der kristallinen Intelligenz hinzuziehen.

Durchführung

Der CFT 20-R ist für Schülerinnen und Schüler von 8;5 bis 19 Jahren aller Schularten und für Erwachsene von 20 bis 64 Jahren vorgesehen und lässt sich einzeln wie in Gruppen vorgeben. Vier Durchführungsarten stehen zur Wahl: der 1. Testteil allein mit Mindestzeit (14 Minuten) oder mit Zeitverlängerung (18 Minuten) sowie beide Teile zusammen mit 26 beziehungsweise 30 Minuten reiner Testzeit. Einschließlich Einführung und Instruktionen dauert die Langform rund 60 Minuten, die Kurzform 35 bis 40 Minuten.

Empfohlen wird die Langform: Teil 1 übernimmt dann die Rolle eines Lerntests, während Teil 2 den eigentlichen Intelligenzindikator liefert. Die Zeitverlängerung ist vor allem für Personen mit Prüfungsangst, geringer Testerfahrung oder Verständnisschwierigkeiten angezeigt – und im Förderschulbereich durchgängig. Wird dort der Querstrich nach Ablauf der Kurzzeit gesetzt, lassen sich beide Zeitwerte getrennt normieren, und die Differenz wird selbst zur diagnostischen Information. Für den klinischen Bereich existiert eine computergestützte Fassung mit vereinfachten Instruktionen.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung des CFT 20-R erfolgt im Papierverfahren von Hand über einen Durchschreibbogen: Die Antworten werden auf den darunterliegenden Auswertungsbogen durchgeschrieben, der den Lösungsschlüssel enthält, sodass die Rohwerte ausgezählt werden können. Jeder Schritt – Auszählen, Addieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle, und je nach Durchführungsart sind bis zu fünf Testwerte in getrennten Normtabellen nachzuschlagen. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Rohwerte: Jede richtig gelöste Aufgabe ergibt einen Rohpunkt. Gebildet werden Summen für den 1. Testteil – getrennt nach Mindest- und verlängerter Zeit –, für den 2. Testteil und für den Gesamttest. Eine Besonderheit gilt für Item 15 im Subtest Klassifikationen, dessen abweichende Bewertung in der Hochbegabungsdiagnostik zu beachten ist.
  2. Normierung: Die Rohwertsummen werden anhand der Normtabellen in IQ-Werte (Mittelwert 100, Standardabweichung 15) überführt – je Durchführungsart in einer eigenen Tabelle. Über eine Transformationstabelle lassen sich daraus T-Werte, Standardwerte und Prozentränge ableiten.
  3. Normgruppen: Altersnormen liegen für 8;5 bis 15;0 Jahre in Halbjahresschritten vor, darüber in Jahresstufen bis 19 Jahre und für Erwachsene von 20 bis 64 Jahren in Fünfjahresschritten. Hinzu kommen Klassenstandardwerte für acht Klassenstufen vom 3. bis zum 10./13. Schuljahr sowie eigene T-Wert-Normen für Menschen mit geistiger Behinderung von 18 bis 50 Jahren.
  4. Vertrauensintervall: Das Manual weist feste Werte aus – etwa 6 IQ-Punkte für den Gesamttest, rund 8 für Teil 1 und rund 9 für Teil 2. Sie gelten für alle Altersgruppen und beide Zeitformen und gehören in jede Befundformulierung.
  5. Subtestprofil: Auf der Rückseite des Auswertungsbogens lassen sich die Subtest-Rohwerte als Prozentwerte in ein Profil eintragen. Eine eigene Subtestnormierung ist bewusst nicht vorgesehen – das Testkonzept zielt auf die Grundintelligenz als Ganzes; das Profil dient nur der Groborientierung bei auffälligen Ausfällen.

Bei Wiederholungsmessungen ist der Übungsgewinn einzurechnen: Nach rund zwei Wochen liegt er im Gesamttest bei 8 bis 9 IQ-Punkten, nach drei Monaten noch bei 5 bis 6. Das Manual empfiehlt, mindestens sechs Monate abzuwarten; bei kürzerem Abstand sind drei bis fünf IQ-Punkte abzuziehen. Für Teil 2 allein fällt der Effekt mit 2 bis 3 Punkten nach drei Monaten deutlich kleiner aus.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die Eichung für den Altersbereich 8 bis 20 Jahre erfolgte 2003 an rund 4.400 Schülerinnen und Schülern, schulartrepräsentativ über sechs Bundesländer verteilt. Die Erwachsenennormen stammen aus dem TwinLife-Forschungsprojekt, aus dessen rund 15.000 Testpersonen 5.700 geeignete Datensätze extrahiert wurden. Für die zweite Auflage wurden die Normen kontrolliert und nur dort korrigiert, wo die Analysen es verlangten – bei den Altersgruppen 8;5 bis 9;6 Jahre leicht nach unten sowie im Erwachsenenbereich; die Normen von 9;7 bis 19;11 Jahren und alle Klassennormen blieben unverändert. Die Reliabilität beträgt .96 für den Gesamttest sowie .92 und .91 für den 1. und 2. Testteil; beide Teile korrelieren zu .82 miteinander. Die mittlere Trennschärfe der Subtests liegt bei .46 bis .47. Faktoriell laden alle vier Subtestarten mit r = .78 bis .83 auf dem allgemeinen g-Faktor. Die Zusammenhänge mit anderen Begabungs- und Intelligenztests liegen zwischen .60 und .75 und fallen für konstruktnahe, ebenfalls figurale Verfahren deutlich höher aus als für sprachgebundene. Für die Kulturfairness spricht, dass die Zusammenhänge mit soziokulturellem Status und Migrationshintergrund geringer ausfallen als bei sprachlich formulierten Denkaufgaben oder bei Schulnoten. Einen Flynn-Effekt konnten die Kontrolluntersuchungen über zehn bis zwölf Jahre für die mit dem CFT 20-R gemessene fluide Intelligenz nicht bestätigen.

Weiß, R. H. (2019). CFT 20-R. Grundintelligenztest Skala 2 – Revision (2., überarbeitete Auflage). Göttingen: Hogrefe.

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Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

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Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

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