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Der CFT 1-R ist ein wissenschaftlich fundierter Intelligenztest zur sprachfreien Erfassung der Grundintelligenz bei Kindern. Als „Culture Fair Test" misst er die fluide Intelligenz (den sogenannten gf-Faktor nach Cattell) anhand von figuralem Material und damit weitgehend unabhängig von sprachlichen, regionalen und sozialen Einflüssen sowie von vorherigen Lernerfahrungen. Erfasst wird die grundlegende Fähigkeit, in neuartigen Situationen Denkprobleme zu erkennen, Regeln und Gesetzmäßigkeiten zu identifizieren und formale Beziehungen herzustellen. Die Revision (CFT 1-R) differenziert besonders im unteren und mittleren Leistungsbereich und wurde gegenüber der Vorgängerversion um einen Untertest sowie zusätzliche Aufgaben erweitert.
Der CFT 1-R besteht aus sechs Untertests mit insgesamt 150 Aufgaben, die zwei Testteilen zugeordnet sind:
1. Testteil – figurale Wahrnehmung und Bearbeitungsgeschwindigkeit:
2. Testteil – figurales Denken (sprachfreie Grundintelligenz):
Der Test kann in einer Kurzform (Mindestzeit) und einer Langform (mit Zusatzzeit) durchgeführt werden. Aus den Untertests werden Rohwertsummen für den 1. Teil, den 2. Teil und den Gesamttest gebildet; der Gesamtwert (alle sechs Untertests) repräsentiert die Grundintelligenz.
Der CFT 1-R kann als Einzel- und Gruppentest eingesetzt werden und richtet sich an Kinder von 5;4 bis 9;11 Jahren (Vorschule, Grundschule) sowie an Förder- und Sonderschulen (6;6 bis 11;11 Jahre). Mit je drei Übungsbeispielen pro Untertest erklärt die Testleitung die Aufgabenstellung. Die reine Testzeit beträgt in der Kurzform rund 13, in der Langform rund 17 Minuten; inklusive Instruktion und Pausen sind im Gruppentest etwa 45 bis 60 Minuten, im Einzeltest etwa 40 Minuten einzuplanen. Eine Parallelform existiert nicht; der Übungsgewinn bei Wiederholung ist stattdessen empirisch bestimmt. Zwei Hinweise des Manuals begrenzen den Einsatz nach oben: Ab der Altersgruppe 8;0 bis 8;5 Jahre bringt die Zusatzzeit im 1. Testteil kaum noch etwas, weil zu viele Kinder dort sehr hohe Punktzahlen erreichen – und ab 8;5 Jahren empfiehlt das Manual ohnehin den CFT 20-R, der in diesem Bereich besser differenziert.
Die Auswertung des CFT 1-R erfolgt im Papierverfahren von Hand: Die Kinder tragen ihre Antworten direkt in das Testheft ein – Antwortbogen sind in dieser Altersstufe in der Regel noch zu schwierig –, und die Rohwerte werden von dort auf den Auswertungsbogen übertragen. Jeder Schritt – Auszählen, Addieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle, und bei sechs Untertests, zwei Durchführungsarten und drei Rohwertsummen kommen davon viele zusammen. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:
Eingesetzt wird der CFT 1-R unter anderem bei der Abklärung von Lese-Rechtschreib-Schwäche und Dyskalkulie, wo ein von sprachlichen Fähigkeiten unabhängiges Intelligenzmaß gebraucht wird, in der Differenzialdiagnostik gemeinsam mit Konzentrations- und Sprachtests sowie als Screening zur Frage sonderpädagogischen Förderbedarfs. Bei Kindern mit geistiger Behinderung stößt das Verfahren an seine Grenzen; das Manual rät hier zur Einzeltestung mit langen Pausen.
Die Normierung des CFT 1-R fand zwischen Juni und Dezember 2010 in sieben Bundesländern statt. Getestet wurden rund 4.700 Kinder, auswertbar waren die Protokolle von 4.641 Kindern. Die Zuverlässigkeit wurde nach Kuder-Richardson bestimmt und ist hoch: .97 für den Gesamttest, .94 für den 1. und .95 für den 2. Testteil; die einzelnen Untertests liegen zwischen .75 (Substitutionen) und .90 (Reihenfortsetzen). Die Retest-Reliabilität über vier Wochen beträgt .90 für den Gesamttest und .91 für den 2. Testteil, fällt für den 1. Testteil mit .79 aber deutlich niedriger aus – erwartbar, weil dieser Teil eine Geschwindigkeitskomponente enthält. Beim Wiederholen ist ein Übungsgewinn einzukalkulieren: nach vier Wochen 8 T-Werte im 1. Teil, 6 im 2. Teil und 7 im Gesamttest. Geschlechtsunterschiede sind über alle 15 Altersgruppen hinweg statistisch nicht bedeutsam. Für die Revision wurde die Itemzahl je Untertest von 12 auf 15 erhöht und ein weiterer Untertest aufgenommen, was die Testdecke im oberen Leistungsbereich anhebt; auf eine Parallelform wurde bewusst verzichtet, da der Übungseffekt empirisch bestimmt ist.
Weiß, R. H., & Osterland, J. (2013). CFT 1-R. Grundintelligenztest Skala 1 – Revision. Göttingen: Hogrefe.
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