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Sie verwenden Excel-Tabellen und müssen dennoch zum Manual greifen um die Normwerte zu ermitteln?
Oder nutzen Sie bereits ein digitales Testsystem, stören sich aber an der komplizierten Handhabung und den hohen Kosten?
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Die CAARS sind ein Fragebogenverfahren zur Erfassung von ADHS-Symptomen im Erwachsenenalter. Sie erheben die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sowie zwei im Erwachsenenalter typische Beeinträchtigungen: emotionale Labilität und Selbstkonzeptprobleme. Anders als retrospektive Verfahren erfassen sie die aktuelle Symptomatik, orientiert an DSM-IV und ICD-10. Jede Version liegt als Selbst- und als Fremdbeurteilung vor, was die geforderte situationsübergreifende Betrachtung ermöglicht. Eingesetzt werden sie ergänzend in der Diagnostik der adulten ADHS und zur Therapieevaluation.
Die CAARS umfassen drei Versionen, jede als Selbst- (SB) und Fremdbeurteilung (FB):
Die Langversion bildet vier faktorenanalytisch hergeleitete Skalen – Unaufmerksamkeit/Gedächtnisprobleme (12 Items), Hyperaktivität/motorische Unruhe (12), Impulsivität/emotionale Labilität (12) und Selbstkonzeptprobleme (6) –, drei DSM-IV-Symptomskalen – Unaufmerksamkeitssymptome (9), Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptome (9) und Gesamtsymptomatik der ADHS (18) – sowie den ADHS-Index (12 Items) und den Inkonsistenz-Index aus 8 Itempaaren. Die Kurzversion enthält die vier Faktorskalen verkürzt (je 5 Items) plus beide Indizes, die Screening-Version die drei DSM-IV-Skalen und den ADHS-Index.
Die Normtabellen der CAARS beginnen bei 18 Jahren und decken vier Altersgruppen ab (18–29, 30–39, 40–49, ab 50 Jahre). Eine zeitliche Beschränkung der Bearbeitung besteht nicht. Empfohlen wird die Einzelvorgabe; Gruppentestungen sind vor allem bei den kurzen Versionen möglich. Alle Items werden vierstufig eingestuft: 0 = überhaupt nicht/nie, 1 = ein wenig/manchmal, 2 = stark/häufig, 3 = sehr stark/sehr häufig. Bei den Fremdbeurteilungsformen bestimmen Alter und Geschlecht der beurteilten Person die Vergleichsgruppe; Angaben zum Beurteiler sind freiwillig. Für ein genaues klinisches Bild empfiehlt das Manual, Selbst- und Fremdbeurteilung zu kombinieren.
Die Auswertung der CAARS erfolgt im Papierverfahren von Hand über Durchschlag- und Profilbögen; das Manual veranschlagt dafür weniger als zehn Minuten bei der Langversion, weniger als fünf bei den kurzen. Jeder Schritt — Summieren, Übertragen, Nachschlagen — ist dabei eine mögliche Fehlerquelle. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:
In die Normstichprobe der deutschsprachigen CAARS gingen 1493 Erwachsene ein (607 Männer, 886 Frauen), für 1068 von ihnen lagen zusätzlich Fremdbeurteilungen vor. Für eine klinische Stichprobe (295 ADHS-Patienten) und eine Online-Stichprobe (574 Personen) gibt es eigene Normwerte. Eine explorative Faktorenanalyse an 850 gesunden Erwachsenen ergab abweichend vom amerikanischen Original sechs Faktoren mit 52.09 % erklärter Varianz (α = .74 bis .87); eine Faktorenanalyse zweiter Ordnung fasste diese zu zwei übergeordneten Faktoren zusammen (59.68 %). Die vierfaktorielle Struktur des Originals bestätigte anschließend eine konfirmatorische Faktorenanalyse über die 42 in der Originalversion verbliebenen Items – mit α = .79 bis .85 und guter Modellanpassung (RMR = .037, GFI = .942, AGFI = .936). Die Test-Retest-Reliabilität der Selbstbeurteilungsskalen ist hoch: r = .737 bis .930 bei Kontrollpersonen nach sechs Wochen und r = .844 bis .917 bei ADHS-Patienten nach vier Wochen; für die Fremdbeurteilung liegen die Werte im mittleren bis hohen Bereich (r = .643 bis .849). Alter, Geschlecht und Bildungsabschluss beeinflussen die Skalenwerte signifikant – junge Männer mit niedrigem Bildungsabschluss berichten die höchsten Symptomausprägungen –, weshalb die Normen nach Alter und Geschlecht getrennt erstellt wurden.
Christiansen, H., Hirsch, O., Abdel-Hamid, M., & Kis, B. (2014). CAARS – Conners Skalen zu Aufmerksamkeit und Verhalten für Erwachsene. Deutschsprachige Adaptation der Conners' Adult ADHD Rating Scales (CAARS) von C. K. Conners, D. Erhardt und E. Sparrow. Bern: Verlag Hans Huber.
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