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BSCL digital auswerten

BSCL – Brief-Symptom-Checklist

Die BSCL erfasst die psychische Belastung auf symptomatischer Ebene: wie stark sich eine Person in den vergangenen sieben Tagen bis heute durch körperliche und psychische Beschwerden gestört oder bedrängt gefühlt hat. Sie ist die Kurzform aus der Familie der Symptom-Checklisten – gedacht als Screening, nicht als Diagnoseinstrument. Die BSCL misst einen aktuellen Zustand, keine überdauernden Merkmale, und eignet sich gerade deshalb für die Verlaufsmessung in Psychotherapie, Rehabilitation und Qualitätssicherung.

Aufbau und Struktur des Fragebogens

Die BSCL umfasst 53 Items auf neun Skalen:

  • Aggressivität/Feindseligkeit, Ängstlichkeit, Depressivität, Paranoides Denken, Phobische Angst, Psychotizismus, Somatisierung, Unsicherheit im Sozialkontakt und Zwanghaftigkeit

49 Items bilden diese neun Skalen. Die vier übrigen – zu Appetit, Einschlafschwierigkeiten, Gedanken an den Tod und Schuldgefühlen – sind Zusatzitems ohne Skalenzuordnung; sie gehen in die globalen Kennwerte ein und geben für sich betrachtet Hinweise auf unspezifische Belastung.

Darüber hinaus entstehen drei Globale Kennwerte, die dasselbe Antwortverhalten aus verschiedenen Blickwinkeln zusammenfassen: GSI (Global Severity Index) als durchschnittliche Belastung über alle 53 Items, PSDI (Positive Symptom Distress Index) als Intensität bei den Items mit angegebener Belastung und PST (Positive Symptom Total) als deren Anzahl. Der GSI gilt als bester Einzelindikator der Gesamtbelastung.

Durchführung

Die BSCL ist bei Jugendlichen ab etwa zwölf Jahren und bei Erwachsenen anwendbar und lässt sich einzeln wie in Gruppen vorgeben. Jedes Item wird fünfstufig von „überhaupt nicht" (0) bis „sehr stark" (4) beurteilt. Das Ausfüllen dauert acht bis zehn Minuten, die Instruktion eine bis fünf Minuten. Der Bezugszeitraum von sieben Tagen ist Teil der Normierung: Wird er verändert, sind die Normen des Manuals nicht mehr anwendbar. Bei floride psychotischen Personen und bei erkennbaren Verständnisproblemen ist von der Anwendung abzusehen.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung der BSCL erfolgt im Papierverfahren von Hand über einen Auswertungsbogen, die Normtabellen des Manuals und den grafischen Profilbogen. Jeder Schritt – Summieren, Dividieren, Übertragen, Nachschlagen – ist dabei eine mögliche Fehlerquelle; allein für die Rohwerte fallen zehn Divisionen an. Mit einem Auswertungsprogramm wie PsyCalc verkürzt sich die Auswertung auf das Eintragen der Antworten; Rechen-, Übertragungs- und Nachschlagefehler entfallen. Die Schritte im Einzelnen:

  1. Skalenwerte: Je Skala werden die Itemwerte summiert und durch die Zahl der Items geteilt. Zusätzlich wird gezählt, bei wie vielen Items eine Antwort größer null vorliegt.
  2. Globale Kennwerte: Die Summe aller zehn Summenwerte geteilt durch 53 ergibt den GSI, die Summe der Belastungstendenzen den PST, und die Gesamtsumme geteilt durch den PST den PSDI.
  3. Fehlende Antworten: Pro Skala ist eine fehlende Antwort zulässig; der Divisor wird dann entsprechend reduziert. Insgesamt sind bis zu 13 fehlende Antworten möglich – darüber hinaus oder bei systematischem Fehlen ist auf eine Interpretation zu verzichten. Wurden bei einem Item zwei Kategorien angekreuzt, gilt der höhere Wert.
  4. Normierung: Die zwölf Rohwerte werden in T-Werte überführt, ebenfalls über eine Flächentransformation, da die Rohwerte linkssteil verteilt sind. Zur Wahl stehen die bevölkerungsrepräsentative Eichstichprobe getrennt nach Geschlecht und sechs Altersgruppen sowie eigene Normen für Studierende und für Berufsschülerinnen und -schüler. Werte oberhalb von T = 80 werden nicht weiter differenziert.
  5. Interpretation in fünf Schritten: Zuerst die Falldefinition – als auffällig belastet gilt, wer im GSI einen T-Wert ab 63 erreicht und/oder auf mindestens zwei Skalen. Danach werden die globalen Kennwerte und die neun Skalen am Kriterium T ≥ 60 geprüft (60–64 leicht, 65–69 deutlich, 70–74 stark, 75–80 sehr stark erhöht), anschließend die Einzelitems auffälliger Skalen und zuletzt die vier Zusatzitems betrachtet.

Ein erkannter „Fall" verlangt eine weiterführende Untersuchung. Eine ICD-10-Diagnose lässt sich aus der BSCL allein nicht ableiten – dafür braucht es den vollständigen diagnostischen Prozess aus Selbst- und Fremdbeurteilung, Interview und Beobachtung.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die Normierung stützt sich auf eine bevölkerungsrepräsentative Eichstichprobe von 2.025 deutschsprachigen Personen in sechs Altersgruppen von 16 bis über 65 Jahren, ergänzt um 1.659 Studierende und 525 Berufsschülerinnen und -schüler. In der Eichstichprobe liegt die interne Konsistenz der neun Skalen zwischen α = .72 (Aggressivität/Feindseligkeit, Phobische Angst) und α = .88 (Depressivität); der GSI erreicht α = .97. Über alle fünf untersuchten Stichproben hinweg – darunter zwei klinische mit 3.200 beziehungsweise 402 Personen – bleibt der GSI bei α ≥ .95. Die Retest-Reliabilität über eine Woche liegt an 343 Studierenden zwischen r = .64 und .82, der GSI bei r = .87. Die neun kurzen Skalen erreichen damit nicht die Präzision des Gesamtwerts – ein Grund dafür, dass die Interpretation beim GSI beginnt und erst danach in die Skalen und auf die Itemebene geht. Die neunfaktorielle Struktur wurde in zahlreichen Untersuchungen überwiegend bestätigt, wobei sich durchgängig ein dominanter Hauptfaktor zeigt.

Franke, G. H. (2017). BSCL – Brief-Symptom-Checklist. Deutsche Fassung des Brief Symptom Inventory (BSI) von L. R. Derogatis. Göttingen: Hogrefe.

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Nach dem Test mehrerer Systeme hat uns PsyCalc mit seiner Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Hervorzuheben ist, dass alle unsere Testverfahren ergänzt wurden. Jetzt profitieren wir von enormer Zeitersparnis, unterstützt von einem exzellenten Support.

Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Früher benötigten wir einen extra Mitarbeiter für Testauswertungen. Dank PsyCalc kann unser Behandlungsteam nun jederzeit flexibel seine Testverfahren auswerten. Wir sparen erhebliche Kosten und können unsere Ressourcen wieder voll auf unsere Patienten konzentrieren.

Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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