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BRIEF digital auswerten

BRIEF – Verhaltensinventar zur Beurteilung exekutiver Funktionen

Das Verhaltensinventar zur Beurteilung exekutiver Funktionen (BRIEF) ist ein wissenschaftlich fundiertes Fragebogenverfahren zur Erfassung von Beeinträchtigungen exekutiver Funktionen im Alltagsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Erfasst wird das psychologische Konstrukt der exekutiven Funktionen – jener übergeordneten Steuerungsprozesse, die zielgerichtetes Verhalten, Verhaltensregulation und kognitive Selbststeuerung ermöglichen. Anders als neuropsychologische Leistungstests setzt das BRIEF auf der Ebene des konkreten Alltagsverhaltens an.

Aufbau und Struktur des Fragebogens

Das BRIEF liegt in drei Versionen vor: einer Eltern- und einer Lehrerversion (BRIEF-Eltern, BRIEF-Lehrer) mit jeweils 86 Items sowie einer Selbstbeurteilungsversion (BRIEF-SB) mit 80 Items. Eltern- und Lehrerversion erfassen acht klinische Skalen (Itemzahl Eltern/Lehrer):

  • Hemmen – Impuls- und Verhaltenskontrolle (10/10 Items)
  • Umstellen – Flexibilität bei Wechseln (8/10)
  • Emotionale Kontrolle – Regulation emotionaler Reaktionen (10/9)
  • Initiative – selbstständiges Beginnen von Aktivitäten (8/7)
  • Arbeitsgedächtnis – Präsenthalten von Informationen (10/10)
  • Planen/Strukturieren – vorausschauendes Planen (12/10)
  • Ordnen/Organisieren – Ordnung von Material und Umgebung (6/7)
  • Überprüfen – Kontrolle der eigenen Arbeit und ihrer Wirkung (8/10), mit den Subskalen Aufgaben Überprüfen und Selbst-Überprüfen

Von den 86 Items bilden 72 (Eltern) bzw. 73 (Lehrer) diese Skalen; die übrigen sind qualitativ auszuwertende klinische Zusatzitems. Die Selbstbeurteilungsversion umfasst ebenfalls acht Skalen, jedoch ohne Initiative und mit der zusätzlichen Skala Aufgaben Durchführen (10 Items): Hemmen (13), Umstellen (10, mit den Subskalen Verhaltensumstellung und Kognitive Umstellung), Emotionale Kontrolle (10), Überprüfen (5), Arbeitsgedächtnis (12), Planen/Strukturieren (13), Ordnen/Organisieren (7). Aus den Skalen werden zwei Indices – der Verhaltensregulations-Index (VRI) und der Kognitive Regulations-Index (KRI) – sowie der Exekutive Gesamtwert (EGW) gebildet; Inkonsistenz- und Negativitätsskala dienen der Validitätsprüfung.

Durchführung

Die Eltern- und Lehrerversion ist für Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren vorgesehen, das BRIEF-SB für 11- bis 16-Jährige. Die Bearbeitung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Beurteilt wird das Verhalten der letzten sechs Monate auf einer dreistufigen Skala: nie/sehr selten (N), manchmal (M) und oft (O). Empfohlen wird, möglichst mehrere Perspektiven einzuholen, da Diskrepanzen zwischen den Beurteilenden diagnostisch bedeutsam sein können. Die Auswertung erfolgt mithilfe von Auswerteschablonen.

Auswertung und Interpretation

Die Auswertung erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Rohwertberechnung: Die Itemantworten werden mit nie/sehr selten = 1, manchmal = 2 und oft = 3 kodiert und je Skala zu einem Rohwert aufsummiert. Die Indexwerte (VRI, KRI) ergeben sich aus der Summe der zugehörigen Skalenrohwerte, der EGW aus allen klinischen Skalen.
  2. Normierung: Die Rohwerte werden anhand alters- und geschlechtsspezifischer Normtabellen in T-Werte und Prozentränge umgewandelt; zusätzlich werden 90%-Vertrauensintervalle ausgewiesen. Getrennte Normen liegen für Jungen und Mädchen sowie für vier Altersgruppen (6–7, 8–10, 11–13, 14–16 Jahre; beim BRIEF-SB nur die beiden oberen) vor.
  3. Interpretation: Höhere Werte stehen für eine stärkere Beeinträchtigung. Der Durchschnitt liegt bei T = 50, als klinisch auffällig gelten Werte ab T ≥ 65; niedrige Werte (T < 40) sind nicht als abweichend zu interpretieren. Die Interpretation der Einzelskalen und des Skalenprofils hat Vorrang vor dem Gesamtwert; bei großer Differenz zwischen VRI und KRI sollte der EGW nicht berechnet werden.
  4. Umgang mit fehlenden Werten: Bei höchstens zwei fehlenden Antworten werden diese durch den niedrigsten Antwortwert (nie = 1) ersetzt; bei mehr fehlenden Werten ist eine Auswertung nicht zulässig.

Testtheoretische Analyse / Gütekriterien

Die deutschsprachige Normierung beruht auf umfangreichen Stichproben (BRIEF-Eltern N = 921, BRIEF-Lehrer N = 941, BRIEF-SB N = 531) aus der Schweiz, Deutschland und Luxemburg. Die psychometrischen Kennwerte sind insgesamt gut bis sehr gut. Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) liegt für Eltern- und Lehrerversion zwischen α = .79 und .98, für das BRIEF-SB zwischen α = .73 und .96; die Indices erreichen α = .92 bis .98. Die Retest-Reliabilität (Intervall 10 Tage bis 3 Wochen) ist für Eltern- und Lehrerversion überwiegend hoch (Indices .83 bis .95), für das BRIEF-SB etwas niedriger (Skalen .67 bis .88). Die Interrater-Übereinstimmung zwischen verschiedenen Beurteilenden fällt erwartungsgemäß niedrig bis moderat aus, da jede Quelle nur einen Ausschnitt des Verhaltens erfasst. Faktorenanalysen stützen die zweifaktorielle Struktur (Verhaltensregulation und kognitive Regulation). Die konvergente Validität zeigt sich in erwartungskonformen Zusammenhängen mit Verfahren wie CBCL, SDQ, IVE und CONNERS-3; charakteristische klinische Profile sind u. a. für ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen und das fetale Alkoholsyndrom belegt.

Drechsler, R., & Steinhausen, H.-C. (2013). BRIEF – Verhaltensinventar zur Beurteilung exekutiver Funktionen. Deutschsprachige Adaptation des Behavior Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) von G. A. Gioia, P. K. Isquith, S. C. Guy und L. Kenworthy und der Self-Report Version (BRIEF-SR) von S. C. Guy, P. K. Isquith und G. A. Gioia. Bern: Verlag Hans Huber.

Umfangreiche Testbibliothek & flexible Erweiterung

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Nach dem Test mehrerer Systeme hat uns PsyCalc mit seiner Benutzerfreundlichkeit überzeugt. Hervorzuheben ist, dass alle unsere Testverfahren ergänzt wurden. Jetzt profitieren wir von enormer Zeitersparnis, unterstützt von einem exzellenten Support.

Lea Sauerbier (Testpsychologin / Psychotherapeutin in Ausbildung)

LVR-Klinikum Düsseldorf

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Früher benötigten wir einen extra Mitarbeiter für Testauswertungen. Dank PsyCalc kann unser Behandlungsteam nun jederzeit flexibel seine Testverfahren auswerten. Wir sparen erhebliche Kosten und können unsere Ressourcen wieder voll auf unsere Patienten konzentrieren.

Bernd Wenig (Krankenhausdirektor)

Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied

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